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Mathieu Birckel
Mathieu Birckel ist ein elsässischer Fotograf, der dabei ist, sich in der Region einen Namen zu machen. Seine Bilder waren in der für ihre anspruchsvolle Auswahl bekannten Galerie Courant d’Art in Mülhausen zu sehen und wurden wiederholt in Saint-Louis ausgestellt.
Mathieu Birckel lädt uns zu einem schönen Spaziergang am Rheinufer ein, wo er mit seinem Objektiv die Kieselsteine zum Leben erweckt. Er lädt uns ein, den Blick zum Blau des Himmels zu heben und uns auf eine poetische Träumerei einzulassen.
Welche Gefühle wecken die Kiesel in Ihnen? „Ich empfinde eine Art von Respekt vor ihnen. Sie waren vor uns hier und werden noch lange nach uns hier sein. Ich denke, man darf die schönen Dinge nicht an sich reißen, zum Beispiel, indem man sie mitnimmt. Man muss sie lassen, wo sie sind, damit alle sich daran erfreuen können.“
Warum fotografieren Sie den Altrhein?
Zuerst haben mich die Kieselsteine in den Bann gezogen, vor allem ihre wunderbaren Farben, die von Indigoblau bis Purpurrot reichen.
Dieser Ort fasziniert mich. Es grenzt an ein Wunder, dass in unmittelbarer Nähe unserer Städte ein derart schöner Naturraum existiert.
Und warum die Kieselsteine?
„Man muss sich die Mühe machen, das Unbedeutende anzusehen. Ich habe auf meinem Fahrrad viele Erkundungstouren am Ufer des Altrheins unternommen, um Motive zu finden, und dann komme ich zu einer Tageszeit zurück, die optimale Lichtverhältnisse für Aufnahmen bietet – zugegebenermaßen mit einer einfachen Inszenierung.“
Und der Rhein?
Ich liebe den Fluss im Schein der untergehenden Sonne, die länger werdenden Schatten, das an der Wasseroberfläche reflektierte Licht, durch das die Bewegungen und Wellen zur Geltung kommen.
Ich liebe es, die Bäume zu fotografieren, die das Ufer säumen, die, die dem letzten Hochwasser standgehalten haben und nicht von der Flut mitgerissen wurden. Andere wieder haben sich unter dem Druck des Wassers in wahre Skulpturen verwandelt. Sie sind Teil der Landschaft.
Wie arbeiten Sie?
Mein fotografischer Ansatz ähnelt dem der Maler, die mit Leinwand und Staffelei arbeiten. Ich benutze eine auf einem Stativ fixierte Kamera, dadurch bleibt Zeit für die Kadrierung meiner Bilder. Mit einer langen Belichtungszeit erhalte ich außerdem eine größere Schärfentiefe (scharfer Bildbereich) und verleihe dem Altrhein eine schöne und fließende Bewegung.
Mathieu, ich habe gehört, dass manche Besucher Sie nerven?
Das stimmt. Im Sommer kommen unzählige Menschen zum Baden in diese Gegend. Sie picknicken am Ufer, ohne die Schönheit der Umgebung zu beachten.
Sie haben vor nichts Respekt und lassen ihren Müll zurück, ihre Flaschen, Zigarettenstummel, Verpackungen, Plastiktüten … sie haben überhaupt keinen Gemeinsinn.
Dabei gelangen manche Abfälle bei Hochwasser bis zur Nordsee.
Aber man darf diese Leute ja nicht stören, sie lassen es sich gut gehen, es ist nicht ihr Problem.
Ich habe sie schon gebeten, mir ihr Verhalten zu erklären – vergeblich.
Was werden Sie dagegen unternehmen?
Ich fotografiere diese einzigartigen Orte. Das ist meine einzige Waffe. Ich gehe zu jeder Jahreszeit hin, um diese Schätze in all ihren Facetten zu zeigen und sie so besser zu schützen.
Was tun Sie für den Umweltschutz?
Die Chemikalien, die ich für meine Arbeit verwende, werden umweltgerecht entsorgt.
Engagieren Sie sich in einer ökologischen Bewegung?
Momentan nicht. Jeder Bürger muss umweltbewusst handeln. Die Erde gehört uns nicht, wir sind nur kurze Zeit hier.
Wo würden Sie Ihre Fotografien gerne ausstellen?
Ich würde meine Bilder gerne außerhalb des Elsass ausstellen, um allen meine Region zu zeigen und ihnen Lust zu machen, sie zu besuchen und sie nicht nur für ihre Gastronomie, ihre berühmten Weihnachtsmärkte und die Fachwerkhäuser zu schätzen. Das Elsass ist auch ein außergewöhnlicher Naturraum zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald.
Das Gespräch führte Françoise Sagon
Mai 2014
Wussten Sie, dass sich dieser Giftcocktail in weniger als einer Stunde mit dem an der Erdoberfläche abfließenden Wasser vermischt und die Seen, die Flüsse und andere Gewässer dauerhaft verschmutzt?
Was ist eine Plastiktüte?
Lebensdauer einer Einwegplastiktüte:
Sie wird in 1 Sekunde hergestellt,
ist 20 Minuten lang in Gebrauch
und es dauert ein bis vier Jahrhunderte, bis sie abgebaut ist.
Plastiktüten zählen zu den langlebigsten Schadstoffen. Die Entsorgung von Plastiktüten stellt ein gewaltiges Problem dar, da sie nicht biologisch abbaubar sind.LEKTÜRETIPP:
Pierre RABHI – Vers la sobriété heureuse. Babel (Actes Sud), 2010. 168 pages. ISBN 978-2-330-01807-8